RfII | Rat für Informationsinfrastrukturen

Fakten

Gegenstand

Der Rat begleitet die Entwicklung des deutschen Wissenschaftssystems in einem höchst dynamischen Zukunftsfeld, nämlich des Zugangs zu wissenschaftlichen Information im digitalen Zeitalter. Gegenstand der Arbeit ist die Gestaltung zukunftsfähiger Informationsinfrastrukturen und -dienstleistungen für die Wissenschaft.

Wie überall wird auch in der Forschung Wissen zunehmend digital gespeichert und verarbeitet. Gleichzeitig ist die öffentliche Hand bestrebt, wertvolle historische Sammlungen und Archive zu erhalten und für die Nutzung online zugänglich zu machen. Beide Beispiele – Forschung und kulturelles Erbe – benötigen Speicherkapazitäten, Standards und elektronische Werkzeuge, um die schnell wachsenden Datenmengen zu bewahren und für den wissenschaftlichen Fortschritt nutzbar zu machen. Im Fokus der digitalen Transformation in der Wissenschaft stehen neue Forschungs- und Publikationsformen, der möglichst offene und nachhaltige Zugang zu wissenschaftlichem Wissen, die Entwicklung innovativer Werkzeuge und Services sowie die Qualifizierung von Fachkräften.

Die grundlegenden Erwartungen bis 2020 sind bereits formuliert. So soll ein flexibles und anpassungsfähiges System von Informationsinfrastrukturen entstehen, die Zeitläufe für Entwicklungen sollen verkürzt werden… kurz, der Fortschritt soll überall ankommen. Es gilt also, eine große Veränderungsaufgabe zu stemmen. Der Rat soll als Koordinationsgremium Synergiepotenziale aufzeigen und die Verzahnung der bereits vielfältigen Aktivitäten in diesem Bereich verbessern. Der RfII wird diesen komplexen Prozess der Umgestaltung aktiv begleiten.

Arbeitsweise

Die 24 Ratsmitglieder sind ehrenamtlich tätig und wurden von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) auf vier Jahre berufen. Das Plenum tagt zwei- bis dreimal jährlich. Ausgewählte Themen werden in Ausschüssen und Arbeitsgruppen bearbeitet. Der Rat und seine Gremien werden durch eine Geschäftsstelle mit fünf hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt.

In seiner aktuellen Berufungsperiode bis Oktober 2018 konzentrieren sich die Arbeitsthemen des Rates schwerpunktmäßig auf den Themenkomplex „Forschungsdaten – Nachhaltigkeit – Internationalität“, sowohl im Bereich digitaler Datenbestände als auch analoger Sammlungen. Der Rat hat 2016 sein erstes Positionspapier „Leistung aus Vielfalt“ zu diesen Themen vorgelegt. Weitere Fachberichte sind im Rahmen der Arbeit einzelner Arbeitsgruppen entstanden.

Die Ratsmitglieder repräsentieren ein breites Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen, Einrichtungen und Institutionen:

  • 8 Vertreter der wissenschaftlichen Nutzer mit einer hohen Breite der vertretenen wissenschaftlichen Disziplinen,
  • 8 Vertreter von Einrichtungen der Informationsinfrastrukturen, die die gesamte Breite des Wissenschaftssystems abdecken,
  • 4 Vertreter von Bund und Ländern,
  • 4 Vertreter des öffentlichen Lebens.

 
Für die ersten 16 Vertreter erfolgt eine Benennung analog dem Benennungsverfahren für Mitglieder des Wissenschaftsrates. Für die weiteren 8 Vertreter liegt das Vorschlagsrecht bei Bund und Ländern in der GWK.

Gründungsgeschichte

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) beschloss im November 2013 die Einrichtung eines „Rats für Informationsinfrastrukturen“ sowie dessen gemeinsame Finanzierung durch Bund und Länder, zunächst für eine Pilotphase von vier Jahren. Diesem Beschluss vorausgegangen war eine umfassende Bestandsaufnahme der Herausforderungen zur Gestaltung der Informationsinfrastrukturen in Deutschland, zuletzt durch die „Kommission zur Zukunft der Informationsinfrastruktur“ (2009-2011) und durch den Wissenschaftsrat (2011-2012).

Der Rat für Informationsinfrastrukturen ist Bestandteil der Digitalen Agenda der Bundesregierung 2014-2017 im Bereich Bildung, Forschung, Wissenschaft, Kultur und Medien. Die Mitglieder wurden 2014 berufen, die konstituierende Sitzung und die Wahl der Vorsitzenden fanden am 3. November 2014 in Göttingen statt. Über die Fortführung des Rates entscheidet die GWK in 2017 auf Grundlage einer Evaluation.

Die administrative Betreuung des Rats für Informationsinfrastrukturen wird durch eine von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Geschäftsstelle geleistet. In einem wettbewerblichen Verfahren bewarb sich die Georg-August-Universität Göttingen erfolgreich als Trägerin der Geschäftsstelle. Die Geschäftsstelle wurde auf Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung mit dem Land Niedersachsen zum 1. November 2014 als Stabstelle beim Präsidium der Universität eingerichtet.